Hier werde ich einige Erfahrungen veröffentlichen, um Euch vor Fehlern und Betrügern zu schützen.

Als Erstes eine Warnung vor einer Regel im Börsenhandel, WpHG, MAR, Marktmissbrauchsgesetz, über die wir von unseren Banken leider nicht aufgeklärt werden,  durch die theoretisch heute jeder der Millionen Anleger in Deutschland, plötzlich mit einer Strafanzeige der Staatsanwaltschaft, zu tun bekommen kann.

Das Ganze ist mir leider selber erst vor kurzem passiert. Auch noch ausgerechnet in einer Zeit wo wir gesundheitlich von einer Katastrophe in die andere schlittern. Als Erstes war der Bruder von meiner Frau, als letzter ihrer Familie mit 47 Jahren unerwartet an einer Gehirnblutung gestorben. Bei meinem 10-jährigen Sohn warten wir auf die 4. Herzoperation und ich habe auch noch im Sommer die Prognose Prostata Krebs bekommen. Ich habe mich in meinem ganzen Leben immer an Gesetz und Ordnung gehalten und mir nie etwas zuschulden kommen lassen, dachte ich zumindest noch bis vor ein paar Wochen. Mein OP Termin zur Entfernung der Prostata in Hamburg war wegen Herzproblemen erst mal wieder gestrichen worden, obwohl freitagmorgens erst ein Herzkatheder gemacht wurde und anschließend eigentlich die Prostata OP stattfinden sollte. Als ich dann in der Woche darauf wieder nach Hause kam und meine Emails durchschaute, fand ich eine Mail von der Polizei, mit der Bitte mich bei ihnen zu melden. Da ich 2 Monate vorher fast auf einen Betrüger Shop beim Kauf einer Playstation für meinen Sohn zum Geburtstag hereingefallen war. Ich wurde misstrauisch, als ich nach Eingabe meiner Kreditkartendaten ein E-Mail bekam, mit der Bitte das Geld auf ein Konto zu überweisen. In dem Moment läuteten bei mir alle Alarmglocken, vor allem nach meiner schlechten Erfahrung mit Air Berlin im Jahr zuvor (dazu später mehr) Nachdem ich schon selber am gleichen Tag über die Gemeinde, die Gewerbeaufsicht und das Handelsregister herausgefunden hatte, dass es sich um eine Betrüger Firma handelt. Habe ich meine Kreditkarte gesperrt und eine Anzeige bei der Online Polizei im Internet gemacht, um andere Käufer vor dieser Firma zu schützen. Na jedenfalls wurde es ja dann auch mal langsam Zeit, dass sich die Polizei nach 2 Monaten wegen der Anzeige bei mir meldet, dachte ich zumindest. Allerdings nur so lange bis ich mit dem Beamten am Telefon gesprochen hatte. Mein Blutdruck schoss in Sekundenschnelle auf über 200, als mir der Polizei Beamte mitteilte, dass es nicht um diese Firma geht, sondern eine Strafanzeige der Staatsanwaltschaft München gegen mich vorlag, wegen angeblicher Kursmanipulation an der Börse und Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz.

Am Telefon sagte er noch, wenn ich es richtig im Kopf habe, es gehe um Geschäfte zwischen 2015 und 2017 wo ich am gleichen Tag Käufe und Verkäufe des gleichen Wertpapiers an die Börse gelegt habe, oder zwischen meinem Konto und Konten von Familienmitgliedern hin und her gehandelt habe. Das wäre verboten und deshalb wäre der Vorwurf der Kursmanipulation gegen mich. Er wollte mir einen Termin für ein paar Wochen später zur Besprechung auf der Polizei Wache geben, aber auf die Bitte, dass die Angelegenheit zu Aufregend für mich ist, um auf meine Aussage so lange zu warten, bekam ich einen Termin am nächsten Morgen um 7 Uhr.

Ich war dann schon um 6:30 Uhr am nächsten Morgen auf der Wache um meine Aussage zu machen. Schließlich hatte ich mir nichts vorzuwerfen, also habe ich auch keinen Anwalt eingeschaltet. Was für mich natürlich neu war, da ich noch nie in meinem Leben so eine Situation erlebt habe, war, dass ich weder in die Unterlagen der Anzeige hereinschauen durfte, keine Kopie der Anklage Punkte bekam und auch nicht erfuhr, wer letztendlich die Strafanzeige gegen mich gemacht hat. Wobei ich da heute, glaube ich, schlauer bin, weil meine Recherche der ganzen Angelegenheit auf eine Anzeige meines eigenen Online Brokers hindeutet. Der wahrscheinlich, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, weil er noch nie seine Kunden auf diese Regelung im WpHG hingewiesen hat, mal lieber seine eigenen Kunden an den Pranger stellt, aber später dazu mehr.

Als jemand der wie ich, seit zirka 35 Jahre an der Börse handelt und in der Zeit viele Crashs und Kursmanipulationen miterlebt und auch teilweise viel Geld dadurch verloren hat, kann man über diesen Vorwurf gegen mich eigentlich nur noch den Kopf schütteln.

Die Anklage der Kursmanipulation bezog sich auf folgende Geschäfte.

Dazu muss ich vorausschicken, ich handel seit über 20 Jahren bei einem Online Broker in Deutschland, mit ein oder zwei kurzen Unterbrechungen, weil ich nicht mit dem Service zufrieden war. Einmal sollte ich nachweisen, dass ich Deutscher bin und kein Amerikaner, ich dachte, das ist doch ein Witz. Eine Kopie meines deutschen Pass und die Anmeldung bei der Gemeinde reichte ihnen nicht aus, ich dachte die spinnen und habe mein Konto und Depot kurzfristig gekündigt. Ein anderes mal habe ich von einem Mitarbeiter die falsche Auskunft bekommen, wann ein gewisser Optionsschein am letzten Tag abgerechnet wird zur Mittagsauktion, oder zum Börsenschluss. Diese falsche Information hat mich 18.000 Euro gekostet. Meine Bank hatte die falsche Information vom Emittenten des Optionsscheins und hat sich damit herausgeredet und mich mit dem Verlust im Regen stehen gelassen. Ich musste mich dann mit dem Emittenten bzw. der Emissionsbank selber auseinandersetzen und erst als ich diesen eine Auseinandersetzung vor Gericht mit Presse und Medien angedroht habe, haben sie mir den Kaufpreis der letzten zwei Käufe zurückerstattet, im Gegenwert von zirka 3000 Euro. Dafür musste ich ein Brief von ihrem Anwalt unterschreiben, der mir verbietet den Namen dieser Bank bzw. des Emissionshauses zu nennen. Wahrscheinlich war ihnen klar, wie peinlich es gewesen wäre, wenn die Öffentlichkeit erfahren würde, dass sie die Konditionen ihrer eigen Optionsscheine nicht mal kennen.

So nun zu der angeblichen Kursmanipulation, die mir vorgeworfen wurde. Jeder Kunde bei meinem Online Broker hat einen Verlustverrechnungstopf in den Gewinne und Verluste einfließen. Bei Gewinnen werden automatisch die 25 % Kapitalertragssteuer abgezogen und ans Finanzamt abgeführt, bei Verlusten werden diese gegen die Gewinne gegengerechnet und der entsprechende Anteil der Kapitalertragssteuer zurückerstattet. Das ist bei dem Vorwurf gegen mich aber nicht wichtig, weil ich beim Finanzamt einen Verlustvortrag von über einer Million Euro stehen habe, dazu später nochmal mehr.

Ich hatte im Jahr 2015 Paypal Aktien in meinem Depot, die im Minus standen, da ich aber den Verlust aus meinem Depot haben wollte, habe ich diese mit Limit an der Börse verkauft, die Aktien aber gleichzeitig mit dem gleichen Limit wieder zurückgekauft, weil ich langfristig mit steigenden Kursen gerechnet habe und deshalb die Aktien behalten wollte. Wir reden hier von vier Aufträgen zwischen 100 und 300 Stück.

Das gleiche habe ich noch einmal mit Aktien von Aeroflot gemacht.

Für meinen Sohn habe ich auch etwas Geld in Aktien angelegt, dabei ist mir einmal ein Missgeschick passiert. Ich hatte mein Depot und das Depot von meinem Sohn gleichzeitig offen. Dabei habe ich aus Versehen 100 Aktien BTL Group im Gegenwert von ca. 350 Euro in mein Depot gekauft. Als ich das Versehen bemerkt habe, habe ich bei meinem Sohn einen Kauf und bei mir einen Verkauf über die 100 Aktien mit dem gleichen Limit an die Börse gelegt. So waren dann die Aktien aus meinem Depot raus und da wo sie hingehörten bei meinem Sohn im Depot. Daraus wurden dann bei der Staatsanwaltschaft bzw. bei der Anzeige gegen mich Kursmanipulationen an der Börse über Konten unter Familienmitgliedern. Bei diesen Transaktionen sind weder Kurse an der Börse zum Nachteil anderer Aktionäre manipuliert worden, die einzigen die daran verdient haben, waren die Banken und die Börse mit ihren Gebühren.

Dann habe ich noch in 2016 einmal 10.000 Optionsscheine für ein paar hundert Euro gekauft, damit habe ich mich schon verdächtig der Kursmanipulation gemacht, weil in dem Optionsschein sonst kein Handel gewesen ist? Da fehlen einem doch wirklich die Worte. Dann sollte man sicherheitshalber überhaupt nicht mehr mit den zirka 2 Millionen Zertifikaten und Derivaten handeln. Weil wahrscheinlich in den meisten der Papiere überhaupt oder fast kein Handel stattfindet.

Ich habe in den letzten Wochen mehrfach mit der BAFIN und der Handelsüberwachung in Stuttgart und in Frankfurt telefoniert, genauso wie in den letzten Jahren schon immer mal, wenn mir richtige Kursmanipulationen an der Börse auffielen. Die Aussage, die ich dort bekam, war die, dass diese Transaktionen normalerweise nie aufgefallen wären. Was mich weiter in der Annahme bestärkt, dass ich von meinem eigenen Online Broker angezeigt worden bin, weshalb auch immer. So eine Bank wünscht man sich nicht mal im schlimmsten Albtraum.

Ein Mitarbeiter der Handelsüberwachung in Stuttgart mit dem ich vor einigen Wochen telefoniert habe, fand die gesetzliche Regelung über die Marktmanipulation so, wie sie von der EU verfasst wurde auch nicht in Ordnung, weil es immer wieder auch Unschuldige wie mich erwischt, denen plötzlich eine Strafanzeige der Staatsanwaltschaft ins Haus flattert. Außerdem sagte er mir, dass sie immer wieder die Banken dazu auffordern ihre Kunden über solche Regeln zu informieren, diese es aber einfach unterlassen.

Jetzt zu der eigentlichen Transaktion von mir, die wahrscheinlich an der Börse aufgefallen ist, oder aufgefallen wäre. Das war der Kauf von 200.000 Optionsscheinen im Oktober 2016. Die Spanne an der Börse bzw. bei der Emissionsbank stand. Kauf 0,001 zu 0,02 Verkauf. Das bedeutet, wenn man z.B. 200.000 Optionsscheine zu dem Limit kaufen will bezahlt man 4000 Euro plus Gebühren, wenn man die Scheine gleich wieder verkaufen will, bekommt man nur noch 200 Euro dafür. Solche Spannen werden von Emissionshäusern oft an den letzten Handelstagen bei Scheinen gestellt, die etwas weiter aus dem Geld sind. Ich finde das geradezu kriminell.

Ich hatte schon Tage vorher 22.09. - 26.09. zu höheren Kursen von dem Optionsschein in mein Depot gekauft. Da der Kurs aber weiter gefallen war, wollte ich mein Einstiegslimit verringern. Deshalb wollte ich eigentlich einen Kaufauftrag über 200.000 Stück mit Limit 0,002 (400 Euro Gegenwert) in den Markt legen, damit wäre ich mit meinem Kauflimit an erster Stelle gewesen.

Leider ist mir dabei ein Fehler mit der Kommastelle unterlaufen. Ich habe aus Versehen als Limit 0,02 Euro eingegeben. In der Sekunde als ich die Order an meinem Handelsbildschirm abgeschickt habe, bekam ich einen großen Schrecken, das hätte ein teurer Fehler für mich werden können. Ich habe sofort einen Verkauf von 200.000 Optionsscheinen aus meinem Depot ohne Limit eingegeben, in der Hoffnung das beide Aufträge von mir gegeneinander abgerechnet werden. Ich hatte Glück, dass dies dann auch bei einem Kurs von 0,011 geschehen ist. Ich hätte theoretisch die Order mit dem falschen Limit auch stornieren können, aber die hätte der Händler an der Börse dazwischen auch schon ausführen können.

Glücklicherweise war mir dadurch nur ein kleiner Schaden 30,88 Euro an Gebühren entstanden. Es hätten auch über 4000 Euro werden können.

Danach habe ich dann nochmal einen Kauf von 200.000 Stück zum richtigen Limit mit 0,002 Euro eingestellt und anschließend 200.000 Stück aus meinem Depot ohne Limit verkauft. Mit etwas Glück sind diese beiden Order um dann auch gegeneinander abgerechnet worden. So hatte ich einen Beweis, um später gegen diese aus meiner Sicht kriminellen Kursspannen vorzugehen.

Anrufe von mir bei der BAFIN oder Handelsüberwachung halfen aber nicht weiter. Ich bekam immer nur die Information es ist sicher nicht seriös, aber für die Kursspannen sind die Emissionshäuser zuständig, die die Optionsscheine an die Börse gebracht haben, wir als Handelsüberwachung haben keinen Einfluss darauf!

Nach Rücksprache mit der Handelsüberwachung vor ein paar Wochen bekam ich die Antwort, dass nur diese Transaktionen mit den 200.000 Optionsscheinen überhaupt an der Börse aufgefallen wäre. Außerdem hätte die Handelsüberwachung nie Rückwirkend in den davor liegenden Jahren nach irgendwelchen Vergehen ermittelt, das wäre viel zu aufwendig gewesen. Was wieder ganz klar dafür spricht, dass ich von meinem eigenen Online Broker angezeigt wurde. Um das sicher nachzuweisen, müsste ich einen Anwalt einschalten, weil nur dieser nach etwa einem Monat Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft bekommt. Netterweise habe ich bei meiner Rechtsschutzversicherung auf Anfrage der Kostenübernahme erfahren, dass mein Rechtsschutz keine vorsätzliche Tat absichert, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass ich nicht vorsätzlich gehandelt habe, was ich ja auch nicht getan habe, da ich von dieser Regelung im WpHG überhaupt nichts wusste und von meinem Online Broker auch nie darüber informiert wurde.

Dafür habe ich in den letzten 15 Jahren insgesamt über 4500 Euro an meine Rechtsschutzversicherung bezahlt, in dem guten Glauben, wenn ich mal einen Anwalt brauche wäre ich dafür versichert, aber so kann man sich irren. Man wird scheinbar nur noch betrogen!

Auf Nachfrage bei der Handelsüberwachung, wie diese mit dem Wissen, dass man keinen Kauf und Verkauf gleichzeitig an die Börse legen darf, bei dem Versehen von mir mit der Kommastelle selber gehandelt hätten, konnten sie mir auch keine Antwort darauf geben.

Nach einer längeren Rücksprache vor ein paar Wochen bei der BAFIN am Verbrauchertelefon hat mir die nette Mitarbeiterin dazu geraten eine schriftliche Anklage gegen meinen Online Broker bei der BAFIN einzureichen.

Ein Mitarbeiter von der Wertpapieraufsicht der BAFIN den ich am selben Tag in Frankfurt angerufen und mit dem ich auch fast eine Stunde gesprochen habe, konnte sich auch nicht die Anklage gegen mich erklären, er hatte angeblich auch keine Informationen darüber in der Datenbank finden können.

Die Anklage gegen mich lautete ja Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz wegen Kursmanipulation, weil ich zur gleichen Zeit einen Kauf und einen Verkauf für dass, selbe Wertpapier an die Börse gelegt habe. Angeblich laut Handelsüberwachung war das mal Paragraph 20 WpHG geregelt. Diese Regelung wurde aber 02.07.2016 Aufgehoben und angeblich ein anderes Gesetz unter MAR   Marktmissbrauchsverordnung neu geregelt.

Ich finde es ja grundsätzlich gut, wenn es bestimmte Regeln für den Börsenhandel gibt. Aber leider werden diese oft von irgendwelchen Politikern gemacht die keine Ahnung von der Börse oder dem Börsenhandel haben. Eine Regelung für Kursmanipulationen an der Börse ist sicher sehr wichtig, aber sie muss dann auch die wirklichen Schwarzen Schafe und Betrüger erwischen, was leider meistens nicht geschieht. Außerdem muss es bei Regelungen und Gesetzten wo es auch den Privatanleger aus Versehen treffen kann, gleichzeitig zum Gesetz einen Zusatz geben, der die Banken dazu verpflichtet, ihren Kunden in einem kurzen und verständlichen Newsletter darauf hinzuweisen und sich das auch schriftlich vom Kunden unterschreiben zu lassen. Der einfachste Weg wäre aber die Banken und nicht den Kunden dafür zu bestrafen, dass wie in meinem Fall die Eingabe eines Kaufs und der gleichzeitige Verkauf desselben Wertpapiers überhaupt erst möglich ist, obwohl es ja angeblich nicht erlaubt ist. Das kann ja kein großes Problem sein, dies über die Software in den Handelsbildschirm mit einzubauen.

 

 


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